Dec 25, 2000

Literatur Empfehlung:
 

Peter F. Drucker: Die ideale Führungskraft

In seinem über 80jährigen Leben hat Peter F. Drucker sie alle kennengelernt: die Alte und die Neue Welt, den deutschen 10-Mann-Betrieb und den amerikanischen Multi. Er weiss: Als ideale, effektive Führungskraft wird man nicht geboren, man kann sich zu ihr entwickeln. Drucker fasst die fünf Essentials einer Führungskraft zusammen:

1. Eine richtige Zeiteinteilung.
2. Ein Händchen für die Organisation.
3. Die Gabe, verfügbare Ressourcen sinnvoll einzusetzen.
4.
Die Fähigkeit, Rangfolge und Wichtigkeit von Aufgaben zu erkennen.
5.
Das Handeln nur an Effektivität auszurichten.

Ein Standardwerk der Betriebs- und Unternehmensführung.

ECON, ISBN 3-430-12223-6


Wirkungsvolle Entscheidungen.

by Gerhard Zapke-Schauer

 

"Eine Entscheidung ist ein Urteil" sagt Drucker. Dazu bedarf es selbstverständlich einer Wahlmöglichkeit aus mindestens zwei Alternativen. Wer wenig Alternativen sieht, der fühlt sich dementsprechend auch unfrei, er ist reaktiv und lebt "getrieben" durch andere.

Management ist eine Herausforderung mit diesen Unfreiheiten umzugehen und sie in höhere Freiheitsgrade zu verwandeln. Alternativen müssen aktiv entdeckt werden oder machmal durch Verhandlung erst neu geschaffen werden.

Es scheint so leicht zu sein. Man muss ja nur die vorhandenen Tatsachen genau ermitteln und dann zwischen den möglichen Alternativen entscheiden.

Aber leider treffen wir im Management-Alltag mehr mit Meinungen statt mit Tatsachen zusammen. Ereignisse selbst sind keine Tatsachen. Für Tatsachen benötigt man Bedeutungen.

In Managementsitzungen beginnen erst einmal alle Teilnehmer mit ihrer ganz persönlichen Meinung. Nun sollte die Prüfung dieser Meinung an der Wirklichkeit folgen. Drucker empfiehlt dabei Fragestellungen wie: "Was müssen wir wissen, um die Richtigkeit dieser Hypothese zu prüfen?", "Wie müssen die Tatsachen aussehen, um diese Meinung zu unterstützen?". Die wohl schwierigste Frage ist dabei: "Was ist ein erhebliches Kriterium?"

Jede gute Managemententscheidung ist mit viel Nachdenken über die geeigneten Bewertungsmasstäbe verbunden. Dabei muss einem bewusst werden, dass Entscheidungen offensichtlich mit traditionellen Masstäben brechen. Andernfalls gäbe es kein Bedürfnis nach einer neuen Entscheidung. Dass man eine neue Entscheidung braucht zeigt, dass die alten Masstäbe nicht mehr anwendbar sind.

Effektive Führungskräfte bestehen daher auf Alternativen in der Bemessungsmethode - damit sie die geeignete herausfinden können.

'Wenn man Alternativen nicht in Betracht zieht, ist man geistig nicht aufgeschlossen. Dies erklärt vor allem, warum jemand, der wirkungsvolle Entscheidungen trifft, mit Absicht die zweite Hauptempfehlung der Lehrbücher über das Treffen von Entscheidungen nicht beachtet und lieber Uneinigkeit und Meinungsverschiedenheit hervorruft als allgemeine Zustimmung. Entscheidungen von der Art, wie sie Führungskräfte zu treffen haben, können durch Akklamation nicht gewinnen. Sie fallen nur dann gut aus, wenn sie aus dem Zusammenprall widerstreitender Ansichten, dem Dialog zwischen verschiedenen Gesichtspunkten, der Wahl zwischen verschiedenen Beurteilungen entstehen. Die erste Regel für die Praxis der Entscheidungen ist, dass man keine Entscheidung treffen sollte, wenn es keine Meinungsverschiedenheiten gibt' (Drucker).

 

In einer Untersuchung (Philosophical Aspects relating to Education using the Case-Method, erschienen in Problem Solving) anlässliches eine Kongresses an der Universität Enschede im Jahre 1990 habe ich gezeigt, wie die Entscheidungsfindung von Führungskräften durch europäische und amerikanische Ausbildungsmethoden unterschiedlich beeinflusst wird. Die europäische Methode, des "Findens des Königwegs" ist stark ressourcenlastig und verringert die Bewegungsbefähigung der Unternehmen.

 

 
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